10.03.2012

Neue Preisregelung für Zystostatika


GKV-Spitzenverband und DAV haben sich auf neue Taxregeln für Medikamente in Zubereitungen verständigt (Parenteralia bzw. Zytostatika). Diese werden in der sogenannten Hilfstaxe und speziell in einer Anlage 3 geregelt.

Kern der Neufassung mit Anwendung ab März 2012 sind die Regelungen für die Preise bei parenteralen Zubereitungen. Hier wurden bereits zum 01.01.2010 gravierende Neuregelungen vereinbart.

Die Apotheken erhalten legal Rabatte der pharmazeutischen Unternehmen auch über die Spannen der Arzneimittelpreisverordnung hinaus. Für generisch verfügbare Präparate, also mit Konkurrenz durch andere Hersteller, wurden bisher 10% davon an die Kostenträger weiter geleitet. Die Krankenkassen hatten das Recht zugesprochen bekommen, die tatsächlichen Konditionen in Erfahrung zu bringen. In der Folge haben die Vertragspartner nunmehr im allgemeinen 25% als Abschlag festgelegt. Für die Stoffgruppe Folinate gelten nunmehr 50% (vormals 35%).

Die Arbeitspreise wurden für die GKV für normale Zytostatika von 69,- auf 79,- Euro erhöht. Die PKV zahlt unverändert 90,- Euro.

Unterm Strich dürfte dies auch für die GKV ein finanzieller Vorteil sein. Apothekerkreise (PZ) nennen eine Zahl von 47 Millionen Euro (70 mio. minus 23 mio.).

PharmÖkon schätzt, dass sich die Apothekenseite darauf eingelassen hat, weil der Gesetzgeber für die Versorgung mit Zytostatika auch Ausschreibungen ermöglicht hat. Es ist also etwas Druck aus diesem Kessel abgelassen worden.

Ebenfalls neu geregelt ist das Thema "Verwurf". Eigentlich ist der Geist der seit 01.01.2010 bestehenden Regelung eine verbrauchsgenaue (mg) Abrechnung. Vorher war es möglich, den Rest eines Ausgangstoffes nicht nur weiter zu verwenden sondern sogar ein zweites Mal zu verkaufen, denn es wurden ganzzahlige Packungseinheiten abgerechnet.

Trotzdem blieb hier eine Tür offen, der sogenannte Verwurf. Dessen Abrechnung ist nun klarer gefasst, so dass die Kostenträger hoffen dürfen, dass es hier künftig nicht um theoretische Überhänge geht. Es wurde auch klar gestellt, dass die Kostenträger hier wie bei den Einkaufskonditionen ein Recht zur Einsicht in die Unterlagen haben.

Auch hat die Apotheke anzugeben, ob im eigenen Hause hergestellt wurde. Bei Belieferung durch Versender (Lohnhersteller) oder Krankenhausapotheken wird davon ausgegangen, dass Restmengen normalerweise nicht auftreten.

Mit etwas Verspätung werden die routinemäßigen Datenlieferungen angepasst.

Die Kennzeichnung per Datensatz des ggf. geltend gemachten Verwurfes bzw, desssen interne Prüfung folgt wohl erst ab der Augustrechnung 2012.